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demons Chapter 40

Eisenfächer-Prinzessin

Also known as:
Rakshasa-Frau Eisenfächer Rakshasa

Die Eisenfächer-Prinzessin ist eine der wenigen Figuren des Romans, die als eigenständige Frau mit Macht, Besitz und Gefühl auftreten. Sie lebt auf dem grünen Wolkenberg, bewacht die Bananenfächer und entscheidet damit über Feuer, Wind und Regen am Feuerberg. Ihre Weigerung, Sun Wukong den echten Fächer zu leihen, entspringt nicht bloß Trotz, sondern dem Verlust ihres Sohnes Rotkind. Der Konflikt um den Fächer ist daher zugleich eine Familiengeschichte, ein Machtkampf und eine sehr stille, bittere Tragödie.

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"Mein Sohn lebt zwar noch, aber wie soll er je wieder vor mich kommen?" Dieser Satz aus Kapitel 59 ist die erste Reaktion der Eisenfächer-Prinzessin auf Sun Wukong. Sie schimpft nicht zuerst und greift nicht zuerst an. Sie legt zuerst ihren tiefsten Schmerz offen: Ihr Sohn ist nicht tot, aber er ist für sie unerreichbar geworden.

Erst wenn man diesen Satz versteht, versteht man auch, warum sie lieber gegen den Großen Heiligen steht, als den Bananenfächer herauszugeben.

Die Rakshasa-Frau

Der ursprüngliche Name der Eisenfächer-Prinzessin ist Rakshasa-Frau. In der buddhistischen Tradition ist ein Rakshasa ein menschenfressender Dämon, aber bei Wu Cheng'en ist sie keine solche Bestie. Sie tötet nicht aus Hunger und jagt keine Menschen. Sie wirkt eher wie eine kultivierte Göttin, die in ihrer Höhle im Grünen-Wolken-Berg ihr Haus und ihren Schatz bewacht.

Ihre Stellung ist ungewöhnlich. Sie ist mit dem Bull-Dämonenkönig verheiratet und landet dadurch auf der Dämonenseite, aber ihre Würde ist unübersehbar. Sie hat Kultivierung, einen Ort, Besitz und ihre eigenen Regeln. Sie ist niemandes Anhang, sondern eine Frau, die allein stehen kann.

Vor allem wird sie nicht wie die übliche „Dämonenfrau“ behandelt. Sie lockt Tang Sanzang nicht, sie spielt nicht mit Sex, sie ruft keine Scharen herbei und sie schreit nicht mit Untergebenen. Sie lebt allein, bewacht die Höhle und hält die Feuerberg-Ordnung zusammen.

Der Bananenfächer

Der Bananenfächer ist ihr wichtigstes Artefakt und der Schlüssel zur Feuerberg-Geschichte. Er gehört zu den großen Schätzen von Himmel und Erde und steht auf derselben Ebene wie Goldstab oder Goldring.

Die Wirkung ist schlicht und furchtbar: Ein Fächerschlag löscht Feuer, der zweite ruft Wind, der dritte Regen. Das Schicksal des Feuerbergs hängt damit an einer einzigen Hand.

Als sie Sun Wukong das erste Mal schlägt, wird er bis zum Kleinen Sumeru-Berg davongetragen. Das ist fast genau die Reichweite seines eigenen Salto. Mit einem beiläufigen Fächerschlag kann sie also denselben Weg schließen, den Wukong sonst mit voller Kraft öffnet.

Das zeigt: Sie ist keine Figur, die nur auf dem Namen ihres Mannes steht. Dieser Fächer kann Gelände, Klima und Überleben selbst neu ordnen.

Ihre eigene Heimat

Der Grüne-Wolken-Berg und die Bananenhöhle klingen im Vergleich zu anderen Dämonenorten fast ruhig. Wo andere Höhlen wie Kriegslager wirken, wirkt ihre wie ein richtiges Zuhause.

In ihrer Höhle dienen nur junge Frauen. Keine lärmenden Dämonenhorden, kein wildes Geschrei. Das macht sie zur Bewahrerin, nicht zur Räuberin. Sie ist die Frau, die das Haus festhält, während draußen alles auseinanderfällt.

Der Bull-Dämonenkönig hat längst eine andere Frau, und Rotkind ist später von Guanyin genommen worden. Der Mann bleibt weg, der Sohn bleibt weg, und auf dem Berg bleibt für sie nur eine Frau und ein Fächer. Sie lebt geordnet und doch einsam.

„Er lebt, aber wie kommt er zu mir zurück?“

Als Wukong in Kapitel 59 zum ersten Mal um den Fächer bittet, legt die Prinzessin ihren tiefsten Schmerz offen. Rotkind ist zwar nicht tot, aber er ist für sie nicht mehr erreichbar.

Sie weiß natürlich, dass Guanyin ihn als Schatzknaben mitgenommen hat. Aber „er lebt“ heißt nicht „er ist noch bei mir“. Für eine Mutter ist diese Art von Verlust schlimmer als Tod, weil sie kein Ende kennt. Man weiß, dass er lebt, und weiß zugleich, dass man ihn nie wieder sieht.

Darum rechnet sie den Verlust Wukong an. Streng genommen hat Guanyin Rotkind weggenommen; aber zu Guanyin kann sie nicht gehen. Also bleibt nur der Pilger, der auf dem Weg nach Westen vor ihr steht.

Das ist nicht gerecht, aber ihr Schmerz ist auch nicht gerecht.

Erste Begegnung

Wukong kommt zum ersten Mal, um den Fächer zu leihen, und die Eisenfächer-Prinzessin will nicht verhandeln. Sie hebt den Bananenfächer und bläst ihn einfach fort.

Diese Bewegung ist wichtig, weil sie ihre Kraft ohne jede Verzögerung zeigt. Sie ist keine Frau, die sich hinter Drohungen oder Schauspiel versteckt. Sie nimmt den Großen Heiligen so selbstverständlich aus der Luft, dass es fast kühl wirkt.

Dass Wukong verschwindet, beweist nicht ihre Schwäche, sondern das Gegenteil: Der Fächer ist so stark, dass er den Weg selbst versperren kann.

Zweite Begegnung

Beim zweiten Mal greift Wukong zu einer widerlichen List. Er nimmt eine Windschutzpille, entgeht dem Fächer und schrumpft sich in ein winziges Insekt, das in ihren Teebecher kriecht. Von dort aus drückt und quält er sie, bis sie den Fächer herausholt.

Aus heutiger Sicht ist das eine harte Szene. Wukong dringt ohne Erlaubnis in ihren Körper ein und setzt sie von innen unter Druck. Im Roman wird das als kluge List erzählt, aber es bleibt ein unangenehmer, grenzüberschreitender Moment.

Die Prinzessin gibt nicht einfach auf. Sie hält so lange wie möglich dagegen und überreicht zunächst einen falschen Fächer. Sie versucht, inmitten des körperlichen Zwangs wenigstens einen Rest von Kontrolle zu behalten.

Dritte Begegnung

Als der Bull-Dämonenkönig von den Himmelsstreitkräften eingekesselt wird, gibt sie schließlich den echten Fächer heraus. Das ist wichtig: Es ist keine Kapitulation aus dem Nichts, sondern ihre eigene Entscheidung.

Zwischen ihr und ihrem Mann liegen längst Wut, Enttäuschung und eine gebrochene Ehe. Und doch nimmt sie in der entscheidenden Stunde das Wertvollste in die Hand, um das Leben dieses Mannes zu retten.

Das ist weder Vergebung noch Versöhnung. Es ist nur der Moment, in dem sie den Bull-Dämonenkönig noch wichtiger nimmt als den Fächer.

Die schwerste Trauer der Feuerberg-Geschichte

Oberflächlich geht es hier um das Ausleihen eines Fächers. Im Kern aber geht es um eine Mutter, die ihren Sohn verloren hat und diesen Verlust nicht akzeptieren kann.

Deshalb ist sie eine der ungewöhnlichsten Frauen des Romans. Sie ist weder reine Gegenspielerin noch passive Gattin und auch keine bloße Nebenfigur um eines Mannes willen. Sie hat Haltung, Schmerz und die Weigerung, still nachzugeben.

Am Ende erreicht sie Kultivierung. Das ist einer der leisesten Schlüsse im ganzen Buch. Kein großes Abschiedsspektakel, nur ein Satz - und gerade diese Ruhe macht ihn so bitter.

Verwandte Figuren

  • Bull-Dämonenkönig - ihr Ehemann, später von den Himmelskräften besiegt
  • Rotkind - ihr Sohn, von Guanyin als Schatzknabe aufgenommen
  • Sun Wukong - der Held, den sie dreimal mit dem Fächer wegbläst
  • Guanyin - nimmt Rotkind mit
  • Jadegesicht-Fuchs - die Nebenfrau des Bull-Dämonenkönigs
  • Zhu Bajie - unterstützt Wukong bei der Fächer-Aktion
  • Nezha und Li Tianwang - die himmlischen Hauptkräfte gegen den Bull-Dämonenkönig

Story Appearances

First appears in: Chapter 40 - Das Kind spielt den Bodhisattva, der Affe stört die spirituelle Ruhe

Also appears in chapters:

40, 59, 60, 61