Journeypedia
🔍
story

Kapitel 65: Der Dämon mit den gelben Brauen errichtet ein falsches Kleines Donnerkloster, und alle vier Schüler erleiden eine grosse Katastrophe

Die 65. Episode von Die Reise nach Westen: Der Dämon mit den gelben Brauen errichtet ein falsches Kleines Donnerkloster, und alle vier Schüler erleiden eine grosse Katastrophe.

Die Reise nach Westen Kapitel 65 Der Dämon mit den gelben Brauen errichtet ein falsches Kleines Donnerkloster und alle vier Schüler erleiden eine grosse Katastrophe

Diese Episode erinnert an Ursache und Wirkung und mahnt die Menschen, Gutes zu tun und das Böse zu meiden. Ein einziger Gedanke entsteht, und die Götter sehen alles. Wie klug oder wie töricht ein Mensch auch sein mag, der Rechnung kann er nicht entkommen. Solange der Leib noch in der Welt ist, ist gerade dies die Zeit, den Weg zu kultivieren. Lasst euch nicht treiben. Erkennt euren Ursprung und werft die alte Hülle ab. Wer langes Leben sucht, muss es mit beiden Händen greifen. Haltet in jedem Augenblick die Augen offen und kostet den Nektar mit Bedacht. Dringt durch die drei Pforten und füllt das dunkle Meer, dann werden die Guten gewiss auf Kranichen und Phönixen davonreiten. Und wenn das Mitleid sich noch weiter zur Barmherzigkeit vertieft, steigt man ins Paradies empor.

Tripitakas fromme Hingabe hatte bereits gewirkt. Sogar die Geister von Gras und Bäumen schienen ihn zu geleiten. Er hatte eine friedliche Nacht verbracht und sich aus Dornen und Gestrüpp befreit, ohne dass sich Ranken oder Schlingpflanzen weiter verfangen hätten. Die vier Reisenden zogen viele Tage nach Westen. Als der Winter fast vorüber war, hatte sich die Jahreszeit in den Frühling gewandelt:

Frühling herrschte in vollkommener Harmonie; der Griff des Wagens war zurück zum Yin-Zeichen gewandert.
Grüne Spitzen färbten den Boden, und Weidenaugen öffneten sich am Ufer.
Eine Anhöhe von Pfirsichblüten glich rotem Brokat auf Schnee; ein halber Bach aus Dunst und Wasser glänzte blau wie feine Gaze.
So viel Wind und Regen war schon vorübergegangen, was blieb da noch für ein Gefühl?
Die Sonne wärmte die Blumenherzen, und Schwalben trugen leichtes Moos im Schnabel.
Die Berge hatten den tiefen, hellen Strich von Wang Wei, und die Vögel sangen mit der lebhaften Zunge des Ji Zi.
Die Blüten lagen wie Stickerei da, von niemandem bewundert, während Schmetterlinge tanzten und Bienen für sich selbst sangen.

Meister und Schüler gingen weiter durch die duftende Landschaft, ritten und gingen in gemächlichem Tempo. Nach kurzer Zeit sahen sie einen hohen Berg vor sich, so fern, dass er mit dem Himmel verbunden zu sein schien. Tripitaka zeigte mit der Peitsche und sagte: "Wukong, ich weiss nicht, wie hoch dieser Berg ist, aber er sieht aus, als reiche er direkt in das blaue Firmament."

Wukong sagte: "Ein Gedicht sagt:

Nur der Himmel steht über allem; kein Berg kann sich mit ihm messen.
Wenn man sagt, ein Gipfel berühre den Himmel, dann nur, weil er jedes Mass übersteigt.
Wie könnte es wirklich einen Weg in die Wolken geben?

"

Bajie sagte: "Wenn er den Himmel nicht berührt, warum nennt man Kunlun dann die Himmelssäule?"

Wukong sagte: "Du verstehst nichts. Seit alters heisst es: 'Der Himmel ist im Nordwesten unvollständig.' Kunlun liegt im Nordwesten, im Qian-Bereich, und deshalb trägt er die Bedeutung, den Himmel zu stützen und die Leere zu versperren. Daher heisst er Himmelssäule."

Sha Wujing lachte. "Bruder, erzähl ihm nicht immer deine schönen Reden. Wenn er sie hört, trägt er sie wieder vor, um andere zu belehren. Gehen wir einfach weiter. Wenn wir den Berg erreichen, sehen wir, wie hoch er ist."

Der Tor plapperte mit Sha Wujing und rang mit ihm, während der alte Meister wie der Wind ritt. Bald hatten sie den Fuss des Berges erreicht und stiegen Schritt für Schritt hinauf.

Was für ein Berg das war:

Im Wald seufzte der Wind, und aus den Schluchten floss das Wasser ruhig und klar.
Krähen und Spatzen konnten nicht darüber hinwegfliegen; selbst Unsterbliche hätten ihn schwer genannt.
Tausend Klippen, zehntausend Schluchten, hundert Windungen und tausend Wendungen.
Nie rollte dort Staub, denn niemand kam je hin; die schroffen Felsen standen dort endlos.
Hier und da lagen Wolken auf der Höhe wie kräuselndes Wasser; hier und da waren die Bäume voll Vogelstimmen.
Hirsche trugen Heilkräuter davon; Affen kehrten mit Pfirsichen in den Armen zurück.
Füchse und Dachse sprangen von den Felsen, und Hirsche streiften über die Grate.
Nun und dann liess ein Tigerbrüllen das Herz erschrecken; Leoparden und graue Wölfe versperrten den Weg.

Tripitaka war beim Anblick erschrocken.

Sun Wukong aber besass grosse Macht. Mit dem Goldenen Hooped-Stab in der Hand sprang er vor, liess mit einem einzigen Brüllen die Wölfe, Tiger und andere wilde Tiere fliehen, schlug den Weg frei und führte seinen Meister geradewegs auf den Berg.

Als sie den Grat überquert und auf der Westseite hinabgestiegen waren, sahen sie plötzlich verheissungsvolles Licht und farbigen Dunst. Dort stand ein Komplex von Türmen und Hallen, und Glocken sowie Klangschalen erklangen leise in der Luft.

Tripitaka fragte: "Schüler, was ist das für ein Ort?"

Wukong hob die Hand gegen die Sonne und blickte genau hin. Wahrlich, es war ein schöner Ort:

Kostbare Türme und Jadesitze, ein berühmtes Kloster an hoher Stelle.
In den hohlen Tälern wogte das Land selbst; in der Stille strömte Himmelsduft hinaus.
Grüne Kiefern, vom Regen gewaschen, schützten die hohen Hallen; smaragdgrüner Bambus, in Wolken gehüllt, bewachte die Predigthalle.
Durch den Dunst von Regenbogenlicht schien ein Drachenpalast aufzutauchen; durch die schwebenden Farben breitete sich das Land der Welt weit aus.
Zinnoberrote Geländer und Jadetore; bemalte Balken und geschnitzte Sparren.
Auf jedem Sitz wurde über Sutren gesprochen, und an jedem Fenster fiel Mondlicht auf die Zauberschriften.
Vögel sangen zwischen Zimtbäumen, und Kraniche tranken am Steinquell.
Blumen blühten rings um den Perlgarten; auf drei Seiten öffnete sich das Tor im Licht von Shravasti.
Türme und Hallen ragten jähe aus dem Berg, und die Glocken trugen einen langen, verweilenden Ton.
Die Fenster standen offen für einen weichen Wind, die Vorhänge waren in einen Dunst aus Rauch aufgerollt.
Die Mönche wirkten rein und gelöst; in diesem Ort gab es keinen gemeinen Gedanken.
Kein roter Staub erreichte dieses wahre Unsterblichenreich; es war ein reiner und heiliger Boden, würdig für den Weg.

Nachdem er alles betrachtet hatte, sagte Wukong: "Meister, dort ist ein Kloster. Doch ich sehe im sanften Licht auch ein wenig Wildheit verborgen. Es gleicht sogar dem Donnerkloster, aber der Weg stimmt nicht. Wir dürfen nicht einfach hineinlaufen. Wenn Unheil kommt, gebt mir nicht die Schuld."

Tripitaka sagte: "Wenn es aussieht wie das Donnerkloster, dann ist es vielleicht doch der Lingshan selbst. Miss nicht meine ehrliche Absicht und verzögere meinen Zweck nicht."

Wukong sagte: "Nein, nein. Ich bin den Weg zum Lingshan schon mehrfach gegangen. Ist das etwa derselbe Pfad?"

Bajie sagte: "Selbst wenn es nicht der Lingshan ist, muss dort doch gewiss ein guter Mensch wohnen."

Sha Wujing sagte: "Man muss nicht zu sehr zweifeln. Dieser Weg muss an jenem Tor vorbeiführen. Ob es wahr oder falsch ist, erkennt man auf einen Blick."

Wukong sagte: "Bruder Sha spricht vernünftig."

Der Alte trieb sein Pferd voran und erreichte das Bergtor. Dort sah er die drei grossen Schriftzeichen "Donnerkloster" und stürzte in seiner Angst vom Pferd auf den Boden. Er schimpfte: "Du stinkender Affe! Du bist mein Tod. Es ist wirklich das Donnerkloster, und du willst mich doch nur täuschen."

Wukong lächelte. "Meister, ärgert euch nicht. Schaut noch einmal genau hin. Auf dem Tor stehen vier Zeichen, nicht drei. Warum tadelt ihr mich?"

Zitternd richtete sich Tripitaka wieder auf und sah nochmals hin. In der Tat waren dort vier Zeichen: Es war das Kleine Donnerkloster.

Der Meister ritt hinein, verbeugte sich und liess sich von den falschen Buddhas täuschen. Sobald er jedoch die wahren Gestalten erkannte, sah er, dass es nur Dämonen waren. Der goldene Gong wurde über Wukong gestülpt, und die vier Schüler fielen in grosse Not.

Wukong sass im schwarzen Innern des Gongs wie in einer hohlen Höhle. Er schwitzte und schlug, rührte aber nichts. Mit dem Stab konnte er keinen Schritt tun. Da dehnte er seinen Leib, schrumpfte ihn wieder, blies den Stab in eine Stange und liess ihn stützen. Aber der Gong wurde ebenso gross und klein wie er selbst.

Er rief die Himmlischen Helfer, doch selbst sie konnten ihn nicht öffnen. Schliesslich ritt er mit einem glückverheissenden Licht in den Himmel, um Hilfe zu erbitten. Dort erfuhr er, dass der Wudang-Berg im Südland die rechte Zuflucht sei, und machte sich auf, den Wahren Krieger des Nordens zu bitten, den Meister zu retten.

Die Unsterbliche Strasse war noch nicht vollendet, und Affe und Pferd zerstreuten sich; Herz und Geist blieben ohne Herrn, und die fünf Elemente vertrockneten.

Der Weg des Unsterblichen ist noch nicht gewonnen; Affe und Pferd treiben auseinander.
Ohne Herrn für Herz und Geist welken die fünf Elemente.
Wie diese Reise im Einzelnen ausgeht, wer kann es schon wissen?
Das muss im nächsten Kapitel erzählt werden.