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Kapitel 53 Der Meditationsmeister verschluckt das Mahl und trägt dämonische Frucht, die Gelbe Tante leitet das Wasser und löst die falsche Leibesfrucht

Nach dem Giftwasser der Submutter-Flusslinie gelingt es der Gelben Tante, mit reinem Wasser die falsche Frucht zu lösen und Tang Sanzang und seinen Gefährten die Not zu nehmen.

Die Reise nach Westen Kapitel 53 Kapitel

德行要修八百,阴功须积三千。均平物我与亲冤。始合西天本愿。

魔兕刀兵不怯,空劳水火无愆。老君降伏却朝天。笑把青牛牵转。

Wer ruft dort am Weg? Es sind der Berggeist und der Erdgeist des Goldbügelsbergs. Sie tragen eine purpurgoldene Schale und sagen: „Heiliger Mönch, dieses Mahl hat Sun Wukong mit Mühe und Geschick für euch erbeten. Weil ihr auf gute Worte nicht gehört habt und in die Hand des Dämons geraten seid, musste der Große Heilige unzählige Mühen auf sich nehmen, ehe er euch heute befreien konnte. Kommt nun und esst, ehe ihr weiterzieht. Verschwendet die fromme Fürsorge des Affenkönigs nicht.“

Tang Sanzang sagte: „Schüler, ich danke dir von Herzen. Ohne dich wäre ich gewiss in den Ringknoten geraten und hätte mein Leben verloren.“ Der Pilger antwortete: „Ich sage es offen, Meister: Weil ihr meinem Kreis nicht vertraut habt, musstet ihr nun den Kreis eines anderen erleiden. Wie viel Leid das war!“ Bajie fragte: „Was für ein Kreis soll das denn wieder sein?“ Wukong sagte: „Alles wegen deiner frechen Zunge. Du hast den Meister in dieses Unglück geredet. Ich musste Himmel und Erde auf den Kopf stellen, Himmlische Heere, Wasser und Feuer und sogar die roten Sandkörner des Buddha herbeirufen, und alles wurde von einem weißen Ringknoten weggefangen. Erst als der Buddha den Arhats heimlich den Ursprung des Dämons andeutete, konnte Taishang Laojun kommen und das Tier bändigen. Es war ein durch und durch grüner Ochse.“

Tang Sanzang war tief bewegt und sagte: „Mein guter Schüler, von nun an will ich dir gewiss gehorchen.“

Die vier teilten das Mahl, das noch warm war. Wukong wunderte sich: „Warum ist es noch warm? So lange ist es doch schon unterwegs.“ Der Erdgeist kniete nieder und sagte: „Weil ich wusste, dass der Große Heilige seinen Auftrag vollendet, habe ich es für euch warm gehalten.“ Bald war gegessen, die Schale weggeräumt, und die beiden Ortsgeister verabschiedeten sich. Der Meister bestieg wieder das Pferd und zog über die Berge.

Nach langem Reiten und Wandern kam der Frühling schon ins Land; Vögel riefen, Blüten fielen, und das Grün stand frisch an den Hängen. Schließlich erreichten sie einen kleinen Fluss mit klarem Wasser. Jenseits des Flusses sah man ein paar Weiden und dahinter niedrige Hütten. Wukong deutete hinüber: „Dort drüben muss eine Fährstelle sein.“

Kaum war das gesagt, erschien aus dem Weidenhain ein altes Weib mit einem Boot. Bajie nannte sich selbst einen „geschwollenen Schweinestall“, doch das half nicht. Die Frau setzte sie über den Fluss. Kaum hatten Meister und Schüler den anderen Ufer erreicht, bekam Tang Sanzang Bauchschmerzen. Bajie und Sha Wujing klagten bald ebenso. Sie hatten vom Wasser des Kinder-Mutter-Flusses getrunken und waren schwanger geworden - wie die Alte erklärte, stand ihnen nun die Geburt bevor.

Tang Sanzang erschrak und fragte: „Was soll ich tun?“ Bajie jammerte: „Wir sind doch Männer! Wie soll man da Kinder bekommen?“ Wukong lachte: „Die Alten sagen: Wenn die Melone reif ist, fällt sie von selbst. Wenn die Zeit kommt, wird der Leib eben an der Seite aufbrechen.“ Bajie war ganz bleich vor Angst. Sha Wujing verspottete ihn ein wenig, doch selbst ihm war nicht zum Lachen zumute.

Die Alte erklärte, dass in diesem Land der Frauen niemand auf gut Glück Wasser aus dem Kinder-Mutter-Fluss trinke. Wer schwanger werde, müsse zum Entbindungsquell des Scheidungstempels gehen und dort Wasser trinken, um die Frucht wieder zu lösen. Wukong hörte das und war erfreut: Es gab also ein Mittel.

Er schickte Sha Wujing beim Meister, damit er aufpasse, und flog mit einer großen Schale auf den Wolken zum Scheidungsberg. Dort suchte er den Hof des Wahren Unsterblichen Ruyi auf, dessen Schüler ihn jedoch abwiesen, weil sie hörten, wer er war. Der Unsterbliche selbst kam heraus, brandmarkte ihn als Affen, der seinem Neffen, dem Rotkind, Unrecht getan habe, und weigerte sich, Wasser zu geben. Es kam zum Kampf mit dem Hakenstab des Unsterblichen und Wukongs Stab, bis der Affe schließlich, nachdem er das Wasser nicht erzwingen konnte, einen Helfer holen musste.

Er kehrte zum Dorf zurück, holte Sha Wujing und ließ ihn mit Eimer und Seil zum Brunnenschacht. Wukong lockte den Unsterblichen hinaus, während Sha Wujing heimlich Wasser schöpfte. Als der Geist wieder zum Kampf kam, war das Wasser bereits gesichert. Die Frauen des Hauses gaben den Reisenden auch etwas Brei und Wärme, die Schwangerschaft löste sich, und es gab nichts mehr zu fürchten.

Am Ende strömte der Segen in die alte Schale des Dorfes, und die Reisenden zogen beruhigt weiter.