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Kapitel 51 Der Affengeist vergeudet tausend Pläne, Wasser und Feuer vermögen den Dämon nicht zu läutern

Sun Wukong sucht in seiner Not Hilfe im Himmel, doch selbst mit Generälen, Wasser und Feuer lässt sich der Stierdämon nicht bezwingen. Erst als er Laojuns Goldenen Ringknoten zurückholt, kann der Kampf weitergehen.

Die Reise nach Westen Kapitel 51 Kapitel

诗曰:

Im Wandel der Dinge muss das Herz wie eine Klinge sein, und wer sich selbst veredelt, darf nie vergessen, wie schmal der Grat ist. Man sagt, die Klinge sei der Weg zum Leben, doch man muss Zorn und Trug immer wieder prüfen. Der Edle streitet nicht, und diese Haltung trägt seit uralten Zeiten. Der Weise bewahrt Tugend im Herzen und führt so die Gegenwart fort. Doch auch der Stärkste wird eines Tages einem noch Stärkeren begegnen. Am Ende bleiben nur Leere und Widerspruch zurück.

Der Herr der Gleichgesinnten hielt den Pilger bei der Hand und sagte: „Ich kenne dein Können, und ich habe auch von deinem Ruhm gehört. Aber diesmal hast du gegen Recht und Vernunft gehandelt und mein Herz verletzt. So viele Künste du auch beherrschst, mir entkommst du nicht. Ich gehe mit dir bis in den Westen, und wenn ich dem Buddha begegne, wird er mir den Ginsengbaum doch zurückgeben müssen. Mach hier keine Spielerei vor.“

Der Pilger lachte. „Herr, du bist ja kleinlicher als ein Krämer. Wenn ein Baum wieder lebendig werden soll, warum dann so viel Federlesens? Hättest du das gleich gesagt, wir hätten uns den ganzen Streit gespart.“ Der Daxian sagte: „Wenn ich keinen Streit wollte, hätte ich dich vielleicht geschont.“ Der Pilger entgegnete: „Wenn du meinen Meister freilässt, bringe ich dir einen lebenden Baum zurück. Wie wäre das?“ Der Daxian sagte: „Wenn du wirklich solch eine Macht hast und den Baum heilen kannst, dann schließe ich mit dir Brüderschaft und nenne dich achtmal meinen Bruder.“ Der Pilger sagte: „Kein Problem. Lass sie nur frei, und der alte Sun bringt dir den lebenden Baum zurück.“

Der Daxian wusste, dass sie ihm nicht entkommen würden, und ließ Tang Sanzang, Zhu Bajie und Sha Wujing sofort freilassen. Sha Wujing sagte: „Meister, ich weiß nicht, was unser Bruder da eigentlich vorhat.“ Bajie meinte: „Was wohl? Er blufft den Mann einfach aus. Ein toter Baum soll wieder lebendig werden? Er tut nur so, als wäre alles in Ordnung, und sucht einen Vorwand zum Weggehen. Dann kümmert er sich nicht mehr um dich und mich.“ Tang Sanzang sagte: „Er würde uns gewiss nicht einfach hierlassen. Lasst uns fragen, wohin er das Heilmittel holen will.“

Er rief: „Wukong, wie willst du uns denn nun austricksen und den Meister losbinden?“ Der Pilger antwortete: „Der alte Sun sagt die Wahrheit, warum sollte ich ihn täuschen?“ Sanzang fragte: „Wohin gehst du, um das Mittel zu suchen?“ Der Pilger sagte: „Die Alten sagen: Das Heilmittel kommt vom Meer. Ich gehe nun zum Ostmeer, durchreise die drei Inseln und die zehn Kontinente, suche himmlische Alte und heilige Weise auf und finde ein Mittel, das Tote wieder lebendig macht. Dann wird der Baum gewiss wieder aufleben.“ Sanzang fragte: „Wie lange wirst du dafür brauchen?“ Der Pilger sagte: „Drei Tage genügen.“

Sanzang sagte: „Dann sei es so. Ich gebe dir drei Tage Frist. Kommst du innerhalb von drei Tagen zurück, ist alles gut. Wenn du dann immer noch nicht da bist, rezitiere ich eben das Mantra.“ Der Pilger sagte: „Wie befohlen, wie befohlen.“

Sogleich richtete er seinen Tigerfellrock und trat vor den Daxian. „Herr, sei unbesorgt. Ich gehe und komme gleich zurück. Und du musst meinen Meister gut versorgen, Tag für Tag drei Tees und sechs Mahlzeiten, nichts darf fehlen. Wenn ihm auch nur ein wenig zu wenig gegeben wird, komme ich zurück und rechne mit dir ab - zuerst zerschlage ich dir den Herd. Seine Kleidung musst du waschen und flicken. Wird sein Gesicht etwas gelb, macht das nichts; magert er aber zu sehr ab, bleibe ich nicht still.“ Der Daxian sagte: „Geh nur, geh nur, ich lasse ihn gewiss nicht hungern.“ Der Affenkönig stieg auf die Wolken, verabschiedete sich vom Tempel Wuzhuang und flog geradewegs zum Ostmeer.

In der Luft war er schnell wie ein Blitz, eilig wie der Schweif einer Sternschnuppe, und bald hatte er das Paradies von Penglai erreicht. Er setzte sich auf die Wolken und blickte hinab. Was für ein Ort! Ein Gedicht bezeugt es:

Auf Erden liegt hier das Land der Unsterblichen, dort reihen sich die ehrwürdigen Hallen von Penglai. Der Jadeterrassen-Spiegel erhebt sich kühl in den Himmel, das große Tor leuchtet weit über dem Meer. Fünf Farben von Dunst und Nebel tragen Klang wie Jade, Sonne, Mond und Sterne spiegeln sich auf dem Rücken der goldenen Schildkröte. Die Königinmutter des Westens kommt oft hierher, um die drei Unsterblichen bei ihren Pfirsichen zu segnen.

Der Pilger konnte die himmlische Schönheit nicht sofort ausmachen und ging direkt nach Penglai hinein. Dort sah er vor der Höhle Baiyun drei Alte unter dem Schatten der Kiefern Schach spielen. Der Stern des Lebens schaute zu, der Stern des Glücks und der Stern des Amtes spielten gegeneinander. Der Pilger rief: „Ihr Alten, einen Gruß!“

Die drei Sterne legten sofort das Brett beiseite und erwiderten den Gruß. „Großer Heiliger, woher kommst du?“ Der Pilger sagte: „Ich bin eigens gekommen, um mit euch ein wenig zu plaudern.“ Der Stern des Lebens fragte: „Ich habe gehört, der Große Heilige habe dem Dao den Rücken gekehrt und sich dem Buddha zugewandt; er beschütze Tang Sanzang auf dem Weg nach Westen und eile Tag für Tag über Berge und Täler. Wo nimmst du da noch die Zeit zum Plaudern?“ Der Pilger sagte: „Ich will euch nichts vormachen. Auf dem Weg nach Westen gab es eine kleine Schwierigkeit, deshalb komme ich mit einer kleinen Bitte. Könnt ihr mir helfen?“ Der Stern des Glücks fragte: „Wo denn? Welche Schwierigkeit? Sprich offen, damit wir sehen, was zu tun ist.“ Der Pilger sagte: „Beim Vorüberreiten am Wuzhuang-Tempel auf dem Berg der zehntausend Jahre gab es ein Hindernis.“

Die drei Alten erschraken. „Der Wuzhuang-Tempel ist doch der himmlische Palast von Zhenyuan Daxian. Hast du etwa seine Ginsengfrüchte gestohlen und gegessen?“ Der Pilger lachte. „Und was wären sie wert gewesen, wenn ich sie gegessen hätte?“ Die drei Alten sagten: „Du Affe, du weißt wirklich nicht, was sich gehört. Schon wenn man die Frucht nur riecht, gewinnt man dreihundertsechzig Jahre Leben; isst man eine, lebt man vierzehntausendundsiebenhundert Jahre. Das nennt man die Unsterblichkeitsfrucht. Unser eigener Weg ist dagegen weit zurück; er erreicht zwar leicht sein Ziel, und man kann mit dem Himmel gleich alt werden, aber wir müssen noch Essenz nähren, Qi veredeln, den Geist bewahren, Drachen und Tiger harmonisieren und die Wasserkanäle füllen sowie das Feuer von Li ordnen - und wissen nicht, wie viel Mühe das kostet. Wie kannst du also sagen, er sei wenig wert? Auf der ganzen Welt gibt es nur diese eine heilige Wurzel.“

Der Pilger sagte: „Heilige Wurzel, heilige Wurzel - ich habe sie ihm ganz und gar abgebrochen.“ Die drei Alten erschraken. „Wie denn abgebrochen?“

Der Pilger erzählte: „An jenem Tag waren wir in seinem Kloster. Der Daxian war nicht zu Hause, nur zwei kleine Novizen empfingen meinen Meister. Sie brachten uns zwei Ginsengfrüchte dar. Mein Meister wollte sie nicht essen. Bajie bekam sie zu Gesicht und verschlang sie. Als der Daxian zurückkam, verlor er die Geduld und packte uns ein.

Später verband ich mich mit dem Daxian, aber als er uns endlich freiließ, war der Baum schon kahl. Ich schlug ihn mit meinem Stab um und sagte, der alte Sun werde nach einem Heilmittel suchen. Nun bin ich eigens gekommen, um hier zu fragen, ob ihr etwas wisst.“

Die drei Alten lachten und sagten: „Wenn du den Baum umgehauen hast, dann wirst du wohl selbst an ihm herumdoktern müssen. Wir haben hier keinen solchen Schatz. Aber wir können dir sagen, wo du suchen sollst: Fangzhang, Yingzhou, Penglai - geh in den Osten, suche weiter, vielleicht findest du ein Wunderheilmittel.“

Der Pilger dankte und verließ Penglai. Er suchte zuerst Fangzhang auf, dann Yingzhou, befragte überall die Unsterblichen und fragte nach Mitteln, die Tote wieder lebendig machen. Überall bekam er nur Gleiches zu hören: Es gebe ein solches Heilmittel nicht unter den gewöhnlichen Dingen; die meisten Mittel könnten nur Leben verlängern, nicht Tote auferwecken. Der Affe flog von Insel zu Insel, sein Herz wurde immer unruhiger.

Als er auf Yingzhou angekommen war, traf er auf den Herrn des Glücks, des Lebens und des Amtes. Sie spielten Karten und scherzten mit einander. Bajie, der überall dabei war, war wieder einmal nicht zu halten. Er rief hier „Glück kommt von allen Seiten“, dort „Leben hinzufügen“, dann wieder „Rang befördern“, und brachte die Alten mit seinem derben Witz ordentlich zum Lachen. Doch auch sie konnten ihm kein Heilmittel nennen. Der Pilger verließ die Inseln mit leerer Hand und kehrte schließlich zum Wuzhuang-Tempel zurück.

Auf dem Weg dorthin hatte er längst begriffen, dass der Daxian ihn nicht ohne Weiteres verschonen würde. Also täuschte er ihn mit der Rückkehr und schob die Sache hinaus. Als er wieder beim Tempel ankam, verhandelte er weiter, und schließlich tat er so, als habe er das Heilmittel bereits gefunden. Er versprach, den lebenden Baum zu bringen, wenn man ihm Meister und Gefährten frei lasse. Der Daxian glaubte ihm halb und ließ die drei Reisenden frei.

Kaum war das geschehen, machte sich der Pilger erneut auf den Weg, diesmal zum Ostmeer, suchte die Inseln ab, fragte die Himmlischen und brachte schließlich, nach langem Hin und Her, die rettende Wasserquelle herbei. So konnte der Ginsengbaum wieder aufleben. Danach schloss der Daxian Brüderschaft mit ihm, und die Sache war endlich ausgestanden.

So endet der Kampf, in dem der Affengeist tausend Pläne erdachte, Wasser und Feuer jedoch zuerst ohne Wirkung blieben.