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Kapitel 16: Die Mönche des Guanyin-Klosters ersinnen ein Kleinod, der Dämon vom Schwarzen-Wind-Berg stiehlt die Kasaya

Die Mönche des Guanyin-Klosters ersinnen ein Kleinod, der Dämon vom Schwarzen-Wind-Berg stiehlt die Kasaya

Die Reise nach Westen Kapitel 16 Kapitel

So kamen ihre beiden Reiter auf dem Bergtor an und sahen tatsächlich einen Tempel vor sich. Und da war es:

Stockwerk auf Stockwerk ragten Hallen und Wandelgänge übereinander. Vor dem Tor der Drei Berge schwebten gewaltige Schleier aus bunten Wolken; vor der Halle der Fünf Segnungen zogen sich rote Nebelbänder in langen Schwaden dahin. Zu beiden Seiten standen Kiefern und Bambus, und ein ganzer Hain aus Wacholder und Zypressen. Die Kiefern und der Bambus an den Seiten wirkten ohne Alter und ohne Jahreszahl immer still und kühl; der Wacholder und die Zypressen im Hain standen in stolzer, vornehmer Schönheit. Dazu kamen ein hoher Glocken- und Trommelturm und eine steile Stupa. Die Mönche, die in der Meditation saßen, bewahrten ihre innere Ruhe, und selbst die Vögel, die in den Bäumen sangen, klangen gelassen. Einsamkeit ohne Staub war hier wirkliche Einsamkeit, und die Leere des Dao war hier wahrlich rein und leer.

Ein Gedicht sagt:

Hochheiliger Tempel, versteckt im grünen Nest,
ein vornehmer Klosterort, der selbst Saha übertrifft.
Gewiss, reines Land gibt es unter Menschen selten,
doch unter den berühmten Bergen belegt es meist der Mönch.

Der Alte stieg vom Pferd, Wukong stellte den Gepäckkorb ab, und eben wollten sie eintreten, da kamen aus dem Tor schon einige Mönche heraus. So sahen sie aus:

Auf dem Kopf die links gesteckte Mütze,
am Leib das makellose Gewand.
Zwei Kupferringe hingen an den Ohren,
ein Seidengürtel spannte die Hüften.
Mit Grasflatschen traten sie sicher auf,
in der Hand hielten sie das Holzfischchen.
Der Mund spricht unaufhörlich Gebete,
in den Prajna-Spruch fließt alles Heimfinden ein.

Als Sanzang sie sah, trat er ehrerbietig zur Seite und grüßte. Der Mönch erwiderte eilig die Verbeugung und sagte lächelnd: „Verzeiht meine Unachtsamkeit.“ Dann fragte er: „Woher kommt Ihr? Bitte tretet in die Abtsstube und trinkt einen Tee.“

Sanzang sagte: „Euer Schüler ist ein Gesandter aus dem östlichen Land. Ich reise zum Kloster auf dem Donnern und Licht, um Buddha anzubeten und die Schriften zu empfangen. Es wird hier bereits Abend, darum möchte ich in Eurem ehrwürdigen Tempel nur eine Nacht bleiben.“ Der Mönch antwortete: „Tretet nur ein, tretet nur ein.“ Erst da rief Sanzang Wukong, er möge das Pferd hereinführen. Als der Mönch jedoch Wukongs Gesicht sah, bekam er es mit der Angst zu tun und fragte: „Was ist denn das für ein Wesen, das das Pferd führt?“ Sanzang sagte: „Leise, leise. Er wird schnell zornig, wenn Ihr sagt, was er ist. Das ist mein Schüler.“ Der Mönch erschrak, biss auf den Finger und murmelte: „So ein hässlicher Kerl, und Ihr nehmt ihn als Schüler?“ Sanzang sagte: „Ihr seht nur nicht richtig hin. Hässlich ist hässlich, aber nützlich ist er sehr.“

Der Mönch musste also mit Sanzang und Wukong durch das Tor gehen. Hinter dem Eingang sahen sie über dem Haupthaus die vier großen Zeichen: „Guanyin-Kloster“. Sanzang freute sich und sagte: „Euer Schüler hat oft die heilige Gnade des Bodhisattva empfangen und noch nicht einmal danken können. Nun treffe ich auf dieses Kloster, als stünde ich selbst vor dem Bodhisattva. Das ist ein guter Ort, um mich zu verbeugen und zu danken.“ Der Mönch hörte das und ließ sogleich den Laienbruder das Tor der Halle öffnen, damit Sanzang den Buddha verehren konnte. Wukong band das Pferd an, ließ das Gepäck fallen und stieg zusammen mit Sanzang hinauf. Sanzang streckte Rücken und Leib, senkte Brust und Stirn auf den Boden und verbeugte sich vor der goldenen Statue. Der Mönch schlug die Trommel, und Wukong schlug die Glocke.

Sanzang warf sich vor dem Altar nieder und betete von Herzen. Als das Gebet beendet war, hörte der Mönch auf zu trommeln, doch Wukong schlug immer noch weiter auf die Glocke ein, mal schneller, mal langsamer, und ließ es lange nicht sein. Der Laienbruder sagte: „Das Gebet ist doch vorbei, warum schlagt Ihr immer noch die Glocke?“ Wukong ließ den Klöppel los, lächelte und sagte: „Ihr versteht das nicht. Ich halte es eben mit: Wer einen Tag Mönch ist, schlägt auch einen Tag die Glocke.“

Da wurden die Mönche im Tempel, groß und klein, und die alten Würdenträger in den Klostergebäuden aufgeschreckt. Sie hörten das wilde Läuten, strömten alle heraus und riefen: „Wer ist denn der Fremde, der hier Glocke und Trommel misshandelt?“ Wukong sprang hervor und rief: „Euer Onkel Sun war es, der aus Spaß geschlagen hat.“ Als die Mönche ihn sahen, stolperten sie erschrocken zu Boden und riefen: „Donnergott, Donnergott!“ Wukong sagte: „Der Donnergott ist mein Urenkel. Steht auf, steht auf, habt keine Angst. Wir sind Herren aus dem Land der Großen Tang.“ Da verneigten sich die Mönche endlich. Erst als sie Sanzang sahen, beruhigten sie sich ganz. Einer der Abtsleute bat: „Meine Herren, bitte kommt in die hintere Abtsstube zum Tee.“ Also wurden die Zügel gelöst, das Pferd hereingeführt und das Gepäck getragen. Hinter der Haupthalle wurden sie an den richtigen Platz gesetzt, und der Abt reichte Tee und stellte auch eine Mahlzeit bereit. Noch war es hell, und Sanzang hatte seinen Dank noch nicht vollendet, da kamen zwei Knaben mit einem alten Mönch heraus.

So war er gekleidet:

Auf dem Kopf trug er eine viereckige Pilgermütze von Vibhara-Stoff, auf deren Spitze ein Katzenaugenstein funkelte. Am Leib hatte er ein Brokatgewand aus feinem Pelz, dessen grüne Kanten mit Gold schimmerten. Seine Schuhe waren mit den acht Kostbarkeiten besetzt, und in der Hand hielt er einen Stab, in den Wolkensterne eingelassen waren. Sein Gesicht war von Falten zerfurcht wie das der alten Mutter vom Lishan, und seine Augen blickten trübe wie die des Drachenkönigs des Ostmeeres. Wegen der ausgefallenen Zähne sprach er mit pfeifendem Wind, und der Rücken war krumm wie verkrümmte Sehnen.

Die Mönche sagten: „Der Meister der Ahnen ist da.“ Sanzang trat ehrerbietig vor und grüßte: „Alter Vorsteher, Euer Schüler verneigt sich.“ Der alte Mönch erwiderte den Gruß, und alle setzten sich wieder.

Der alte Mönch sagte: „Vorhin sagten die Leute, der Herr sei aus dem Osten der Tang gekommen, darum bin ich erst jetzt herausgekommen, um Euch zu empfangen.“ Sanzang sagte: „Ich bin unerfahren in Eurer kostbaren Bergwelt und bitte um Verzeihung.“ Der alte Mönch sagte: „Das ist doch nichts.“

Dann fragte er: „Herr, wie weit ist es von den Ostlanden bis hierher?“ Sanzang sagte: „Von der Grenze von Chang'an bis hierher sind es über fünftausend Li. Als ich die Grenzberge überschritten hatte, nahm ich einige kleine Schüler auf und reiste weiter nach Westen. Nach zwei Monaten und weiteren fünf- bis sechstausend Li bin ich endlich an Euren ehrwürdigen Ort gekommen.“ Der alte Mönch sagte: „Das sind wohl zehntausend Li Weg.“

„Ich vergeude mein Leben hier“, sagte er, „ohne je durch das Tor des Klosters hinausgegangen zu sein. Wahrhaftig, man nennt das wohl, im Brunnen sitzend den Himmel betrachten. Ich bin nur ein morscher, unbrauchbarer Greis.“

Sanzang fragte weiter: „Wie alt ist der ehrwürdige Abt?“ Der alte Mönch sagte: „Ich habe schon jämmerliche zweihundertsiebzig Jahre hinter mir.“ Wukong hörte das und sagte: „Das ist ja noch mein Urenkel aus zehntausend Generationen.“

Sanzang warf ihm einen Blick zu und sagte: „Sei vorsichtig und sprich nicht unbedacht.“ Der Mönch fragte dann: „Herr, wie alt seid Ihr?“ Wukong sagte: „Das kann ich nicht einmal sagen.“

Der alte Mönch nahm das nur für närrisches Gerede und fragte nicht weiter, sondern ließ erneut Tee reichen. Ein kleiner Novize brachte eine Jadeplatte aus Schafsfett, dazu drei mit Gold gefasste Teeschalen aus blauem Porzellan. Ein anderer brachte eine weiße Kupferkanne und goss drei Schalen duftenden Tees ein.

Die Farbe übertraf die Blüte des Granatapfels, der Geschmack war besser als der Duft der Osmanthusblüte. Sanzang sah es und lobte ohne Ende: „Was für Kostbarkeiten, was für Kostbarkeiten. Wahrhaft schöne Speise und schönes Gerät.“ Der alte Mönch sagte: „Es schmerzt nur die Augen, es schmerzt nur die Augen. Euer Herr kommt aus dem himmlischen Reich und hat schon alles Wunderbare gesehen; warum solche Geräte loben? Habt Ihr aus dem oberen Reich nicht etwas Kostbares mitgebracht, das ich mir ansehen könnte?“ Sanzang sagte: „Ach, leider hat mein Land im Osten kaum Kostbarkeiten. Und selbst wenn es welche gäbe, könnte ich auf so langer Reise nichts mitbringen.“ Wukong sagte neben ihm: „Meister, neulich sah ich im Bündel doch die Kasaya-Robe. Ist das nicht ein Schatz? Warum zeigen wir sie ihm nicht?“

Als die Mönche das Wort Kasaya hörten, lächelten sie alle kalt. Wukong fragte: „Worüber lacht Ihr?“ Der Abt sagte: „Euer Herr meinte eben erst, die Kasaya sei ein Schatz, und das klingt wirklich komisch. Von Kasayas haben Leute wie wir nicht nur zwei oder drei Dutzend. Und wenn man meinen Ahnherrn hier nimmt, der seit zweihundertfünfzig oder sechzig Jahren Mönch ist, dann hat er sieben- oder achthundert Stück.“ Er rief: „Bringt sie heraus und lasst sehen.“

Der alte Mönch wollte sich ein wenig brüsten und ließ den Laienbruder den Vorratsraum öffnen. Die Kuttenbrüder trugen die Kästen heraus, zwölf an der Zahl, und stellten sie im Hof auf. Das Schloss wurde geöffnet, an beiden Seiten Kleiderständer aufgestellt und rundum Leinen gespannt. Dann wurden die Kasayas einzeln ausgeschlagen und aufgehängt, damit Sanzang sie sehen konnte. Wahrhaftig, der ganze Saal glänzte von Stickerei, und an den Wänden hingen Seidenstoffe.

Wukong sah sie sich alle an. Es waren nur bunt bestickte und mit Goldfäden verzierte Kleider, und er lachte: „Gut, gut, gut. Räumt sie weg, räumt sie weg. Holt nun unsere auch heraus und lasst sie sehen.“

Sanzang zog ihn zur Seite und sagte leise: „Schüler, tritt nicht mit anderen in einen Reichtumswettstreit. Wir sind allein unterwegs, da könnte leicht etwas schiefgehen.“ Wukong sagte: „Weshalb schiefgehen? Nur beim Anschauen einer Kasaya?“ Sanzang sagte: „Du verstehst das nicht. Der Alte sagt: ,Seltene und kostbare Dinge darf man keinesfalls habgierigen und hinterlistigen Menschen zeigen.‘ Sobald so etwas ins Auge fällt, regt es das Herz; ist das Herz erst geregt, beginnt der Plan. Du bist einer, der Unglück fürchtet. Wenn man verlangt, dann muss man natürlich geben; sonst aber entspringen Verlust von Leib und Leben genau aus so etwas. Das ist keine Kleinigkeit.“

Wukong sagte: „Nur keine Sorge, nur keine Sorge. Alles liegt auf meinem Buckel.“ Ohne weiter ein Wort zu verlieren, lief er eilig zum Bündel, band es auf, und schon brachen Lichtschimmer hervor. Zwei Lagen Ölpapier waren noch darum gewickelt. Als er das Papier entfernte und die Kasaya hervorholte, erfüllte rotes Licht den ganzen Raum, und bunte Ausstrahlung füllte den Hof. Als die Mönche sie sahen, war keiner, der nicht vor Freude strahlte und lobte. Wahrhaft eine herrliche Kasaya. Darauf waren:

unzählige fein gearbeitete Perlenanhänger,
zehntausend Arten kostbarer Buddha-Schätze.
Oben und unten lagen Drachenhaare auf buntem Brokat,
ringsum säumte sie feiner, gewobener Pelzrand.
Wer sie trägt, dem weichen nun Dämonen und Gespenster,
und wer sie anlegt, geht selbst in die Unterwelt.
Von himmlischen Feen mit eigener Hand gefertigt,
nur ein wahrer Mönch darf sie anziehen.

Der alte Mönch sah diese Kostbarkeit und hegte wahrhaft böse Gedanken. Er trat vor Sanzang, kniete nieder und sagte unter Tränen: „Mir ist wirklich kein Glück beschieden.“ Sanzang half ihm auf und fragte: „Was meint der ehrwürdige Abt?“ Er sagte: „Eure Kostbarkeit wurde eben erst ausgebreitet, und da es schon Abend ist, ist mir mit meinen trüben Augen nichts recht zu erkennen. Ist das nicht fehlendes Glück?“ Sanzang ließ Lampen bringen und sagte: „Dann schaut bei Licht noch einmal.“ Der alte Mönch sagte: „Eure Kostbarkeit selbst ist schon hell genug. Würde man noch Lampen anzünden, würde es erst recht blenden; dann könnte man sie gar nicht genau sehen.“

Wukong fragte: „Wie wollt Ihr sie denn sehen?“ Der alte Mönch sagte: „Wenn Euer Herr so gnädig und ruhig wäre und uns erlaubte, sie für eine Nacht in die Hinterstube zu nehmen, dann könnten wir sie dort gründlich betrachten und sie morgen früh wieder zurückgeben, ehe Ihr nach Westen aufbrecht. Was sagt Ihr dazu?“ Sanzang erschrak, als er das hörte, und machte Wukong Vorwürfe: „Alles du, alles du.“ Wukong lachte: „Wovor habt Ihr Angst? Ich binde sie ein und lass ihn sie ansehen. Wenn dabei etwas schiefgeht, kümmere ich mich darum.“

Sanzang konnte ihn nicht abhalten und gab dem alten Mönch die Kasaya mit den Worten: „Seht sie Euch nur an. Morgen früh gebt Ihr sie mir in demselben Zustand zurück, und kein Fleck soll daran sein.“ Der alte Mönch war hoch erfreut und ließ die Kasaya von den Novizen wegtragen. Dann befahl er den Mönchen, die vordere Meditationshalle zu reinigen, zwei Rattanbetten aufzustellen und Bettzeug bereitzulegen, damit die beiden Herren dort schlafen könnten. Außerdem ließ er für den nächsten Morgen das Abschiedsessen bereiten. Danach gingen alle auseinander, und die beiden Reisenden schlossen die Meditationshalle und legten sich schlafen.

So hatte der Mönch die Kasaya mit List ergaunert und trug sie in der Hinterstube unter der Lampe mit einem lauten Wehklagen. Die Mönche des Tempels trauten sich nicht zu schlafen. Auch die kleinen Novizen wussten nicht, weshalb er so tat, und meldeten es den anderen Mönchen: „Der Alte weint schon bis zur zweiten Nachtwache und hört gar nicht mehr auf.“

Zwei seiner Lieblingsschüler traten vor und fragten: „Meister der Ahnen, warum weint Ihr?“ Der alte Mönch sagte: „Ich weine um mein fehlendes Glück; ich konnte den Schatz des Tang-Mönchs nicht lange genug betrachten.“ Ein kleiner Mönch sagte: „Ihr seid doch alt genug. Die Robe liegt vor Euch, Ihr müsst sie nur aufknüpfen und ansehen. Wozu dieses bittere Weinen?“ Der alte Mönch sagte: „Ein Blick ist nicht lang. Ich bin zweihundertsiebzig Jahre alt und habe nur ein paar hundert Kasayas umsonst angesammelt. Wie sollte ich je eine wie diese bekommen? Wie sollte ich selbst einmal Tang-Sanzang sein?“

Der kleine Mönch sagte: „Meister, Ihr irrt. Tang-Sanzang ist doch nur ein Wandermönch, der ohne Heimat unterwegs ist. Ihr habt schon ein hohes Alter und genießt alles, was man genießen kann; warum wollt Ihr unbedingt so ein Wanderasket sein?“ Der alte Mönch sagte: „Ich lebe zwar bequem im Haus und genieße den Abend meines Lebens, aber diese Kasaya kann ich eben nicht tragen. Dürfte ich sie nur einen einzigen Tag anlegen, dann könnte ich selbst im Sterben die Augen schließen; dann hätte ich nicht vergeblich als Mönch in dieser Welt gelebt.“ Die Mönche sagten: „Ihr seid aber sonderbar. Wollt Ihr seine Robe haben, was ist daran so schwer? Wenn wir ihn morgen einen Tag hier behalten, könnt Ihr sie einen Tag tragen; wenn er zehn Tage bleibt, dann zehn Tage. Warum also so bitter weinen?“

Der alte Mönch sagte: „Selbst wenn er ein ganzes Jahr bliebe, könnte ich sie nur ein Jahr tragen. Am Ende würde es doch nicht ewig sein. Und wenn er gehen will, muss man ihn eben ziehen lassen - wie sollte man ihn auf Dauer festhalten?“

Gerade als sie darüber sprachen, trat ein kleiner Mönch namens Guangzhi vor und sagte: „Wenn der Alte auf Dauer etwas will, ist das ganz einfach.“ Der alte Mönch hörte das und freute sich sofort: „Mein Sohn, was für einen guten Einfall hast du?“ Guangzhi sagte: „Die beiden vom Tang sind Reisende und zweifellos müde. Sie schlafen jetzt bestimmt schon. Wir holen ein paar kräftige Leute, nehmen Speer und Schwert und öffnen die Meditationshalle. Dann töten wir sie und vergraben die Leichen im hinteren Garten. Nur wir wissen davon. Danach nehmen wir ihr weißes Pferd und das Gepäck, lassen aber die Kasaya hier und machen sie zu einem Familienschatz. Ist das nicht ein Plan für langes Fortbestehen?“

Der alte Mönch war überglücklich, wischte sich die Tränen ab und sagte: „Gut, gut, gut, das ist ein wunderbarer Plan.“ Sofort wurde mit Speer und Schwert aufgebrochen. Doch auch ein anderer kleiner Mönch namens Guangmou, der Schüler von Guangzhi, trat vor und sagte: „Dieser Plan ist nicht gut. Wenn man sie töten will, muss man erst die Lage prüfen. Den weißgesichtigen kann man vielleicht leicht überwältigen, den behaarten ist es vielleicht schwerer. Falls man ihn nicht erledigt, zieht man sich nicht am Ende selbst das Unglück zu? Ich kenne ein Mittel ganz ohne Speer und Schwert. Ich weiß nur nicht, ob Eure Hochwürden es gutheißen.“ Der alte Mönch fragte: „Mein Sohn, was für ein Mittel?“ Guangmou sagte: „Meiner kleinen Meinung nach solltet Ihr nun die großen und kleinen Häuser auf dem Ostberg zusammenrufen. Jeder soll einen Bund trockenes Holz bringen. Wir geben die drei Meditationshallen auf und legen Feuer an. Dann hat er keinen Weg zur Flucht, und selbst das Pferd verbrennt im Feuer. Wenn Leute vor und hinter dem Berg es sehen, sagen sie nur, er selbst habe unvorsichtig gehandelt und damit den Brand ausgelöst, so dass unsere Meditationshalle niederbrannte. Sind die beiden Mönche dann nicht verbrannt? Und zugleich bleibt auch unser Gesicht gewahrt. Wäre die Kasaya dann nicht unser Familienschatz?“

Als die Mönche das hörten, waren alle hocherfreut und sagten: „Stark, stark, stark, dieser Plan ist noch besser, noch besser.“ Also wurden die Haushalte zum Holzholen geschickt. Ach, dieser Plan bedeutete: Der hochbetagte alte Mönch war dem Tod geweiht, und das Guanyin-Kloster wurde zu Staub. In jenem Tempel gab es sieben- oder achtzig Haushalte von Mönchen und über zweihundert Mann insgesamt. In dieser Nacht schleppten sie Holz heran und umstellten die Meditationshalle von allen Seiten, bis kein Durchkommen mehr war, und bereiteten das Feuer vor.

Sanzang und seine Schüler hatten inzwischen die Nachtruhe angetreten. Wukong jedoch war ein kluger Affe. Auch wenn er lag, bewahrte er Geist und Atem und hielt die Augen halb offen. Plötzlich hörte er draußen Fußtritte und das Knistern von Holz. Er wunderte sich: „Jetzt ist doch alles still und nachts, warum hört man draußen Schritte? Ist das etwa Diebesvolk, das uns Böses will?“ Sofort sprang er auf, wollte die Tür öffnen und nachsehen, fürchtete aber, den Meister zu wecken. Da machte er eine List und verwandelte sich in eine Biene. Wahrhaftig:

Mund süß, Schwanz giftig, die Taille schmal, der Leib leicht.
Durch Blumen und Weiden fliegt sie wie ein Pfeil,
hängt sich an Baumwolle und sucht Duft wie ein fallender Stern.
Klein und schwach kann sie doch Lasten tragen,
mit ihren schmalen Flügeln den Wind besteigen.

Unter dem Balken hervor schlüpfte er hinaus und sah genau nach. Da trugen die Mönche bereits Holz und Gras zusammen und hatten die Meditationshalle umzingelt, um Feuer zu legen. Wukong lachte im Stillen: „Wie mein Meister es gesagt hat, so war es. Sie wollten uns umbringen und meine Kasaya rauben, deshalb haben sie solch böse Herzen. Ich könnte sie zwar mit dem Stock erschlagen, aber leider vertragen sie die Schläge nicht und wären alle auf einen Hieb tot. Dann würde der Meister mir wieder Morden vorwerfen. Also gut, dann spiele ich mit ihnen nach ihrer eigenen Melodie und lasse sie sich selbst mit ihrem Plan verfangen.“

Der gute Wukong sprang mit einem einzigen Purzel vom Himmelstor des Südens herunter. Die Wachen Pang, Liu, Gou und Bi erschraken und verneigten sich tief; auch Ma, Zhao, Wen und Guan krümmten sich und sagten: „Schlimm, schlimm, der Herr, der einst den Himmel verwüstete, ist wieder da.“ Wukong winkte ab und sagte: „Verehrte Herren, braucht nicht zu grüßen, erschreckt nur nicht. Ich suche den Himmelskönig Guangmu.“

Noch bevor er ausreden konnte, war der König des Weitblicks schon angekommen und begrüßte ihn: „Lange nicht gesehen, lange nicht gesehen. Ich hörte vorhin, wie Bodhisattva Guanyin vor dem Jadekaiser erschien, die vier Stundenwächter, die sechs Ding und sechs Jia sowie die Wächtergeister mitnahm, um Tang-Sanzang auf dem Weg nach Westen zu beschützen. Man sagte, du seist sein Schüler geworden. Wie hast du heute Zeit, hierherzukommen?“ Wukong sagte: „Lasst die Wiedersehensfreude jetzt. Tang Sanzang geriet unterwegs an böse Menschen; sie legen Feuer, um ihn zu verbrennen. Es ist lebensgefährlich. Darum komme ich, um bei Euch eine Feuerschutzhaube zu leihen und ihn zu retten. Bringt sie schnell, damit ich sie benutzen kann; ich gebe sie sofort wieder zurück.“ Der König sagte: „Du irrst dich. Wenn böse Leute Feuer legen, sollte man Wasser leihen, um es zu löschen. Warum willst du eine Feuerschutzhaube?“ Wukong sagte: „Ihr versteht die Sache nicht. Mit Wasser würde das Feuer erst gar nicht richtig brennen, und damit kämen sie noch besser davon. Nur diese Haube schützt Tang Sanzang selbst vor Schaden; um den Rest kümmert sich, was er will. Schnell, schnell, es ist vielleicht schon zu spät. Verdirb mir nicht meine Arbeit unten.“

Der König lächelte: „Dieser Affe ist immer noch so, dass er nur an das Gute für sich selbst denkt und sich nicht um andere kümmert.“ Wukong sagte: „Schnell, schnell, nicht so viel reden, sonst geht die Sache noch schief.“ Der König wagte nicht, ihn abzuweisen, und übergab ihm die Haube.

Wukong nahm sie, stellte sich auf die Wolke und flog geradewegs zum Dach der Meditationshalle. Dort deckte er Sanzang, das weiße Pferd und das Gepäck damit zu. Dann setzte er sich über die Abtsstube im Hintergrund, wo der alte Mönch wohnte, und beschützte die Kasaya. Als die Leute das Feuer legten, drehte er ein Zauberzeichen, murmelte einen Spruch und sog einen Atemzug aus der Windrichtung ein, den er hinausblies. Sofort erhob sich Wind, und die Flammen begannen heulend zu toben.

Ein gutes Feuer, wahrlich ein gutes Feuer:

Schwarzer Rauch lag dicht und schwer, rote Flammen loderten auf.
Schwarzer Rauch lag dicht und schwer, kein Stern war mehr am Himmel zu sehen.
Rote Flammen loderten auf, und die Erde wurde tausend Li weit rot erleuchtet.
Zuerst glühten goldene Schlangen, später jagten wilde Blutpferde.
Die drei südlichen Atemkräfte zeigten ihre Stärke, und der große Ruleru legte die Macht der Flamme an.
Trockenes Holz brannte mit rasender Glut, als spräche niemand mehr vom Holzbohrer des Sui Ren.
Vor dem Tor loderte fettiges Öl wie bunte Flammen, beinahe wie die erste Ofenöffnung des alten Meisters.
Das ist ein Feuer ohne Mitleid - wie soll da die boshaft gemeinte Brandstiftung bestehen?
Statt die Katastrophe zu löschen, half der Wind dem Unheil.
Mit dem Wind stieg die Flamme auf über tausend Zhang;
durch die Macht des Windes trug das Feuer Asche bis in den Himmelsrand.
Es krachte und prasselte wie ein Restjahr-Böller;
es tobte wie Kanonendonner im Heer.
Die Buddha-Bilder auf dem Platz konnten nicht entkommen,
und auch die Wächter des Osthofs fanden keinen Ort zum Verstecken.
Es war schlimmer als die Nachtkriegsfurie von Chibi,
schlimmer als das Feuer im Innern des Palastes von Epang.

Wirklich: Ein Funke genügt, um zehntausend Felder zu verbrennen. In einem Augenblick tobten Wind und Feuer so heftig, dass das ganze Guanyin-Kloster überall rot erglühte. Die Mönche rannten schreiend umher, schleppten Kisten und Körbe, rissen Tische herab und nahmen Töpfe in die Arme, und der ganze Hof war voller Wehklagen.

Sun Wukong schützte die hintere Abtsstube, und die Feuerschutzhaube deckte die vordere Meditationshalle. Alles übrige vorne und hinten stand in hellen Flammen. Der rote Schein leuchtete zum Himmel auf, und goldenes Licht flutete durch die Wände.

Als das Feuer aufging, wurde ein Dämonenlager im Gebirge aufgeschreckt. Ungefähr zwanzig Li südlich des Guanyin-Klosters lag der Schwarze-Wind-Berg mit einer Schwarzen-Wind-Höhle. In dieser Höhle lebte ein Dämon, der eben erwachte und sich im Schlaf umdrehte. Er sah das Licht durch die Fenster und dachte, es werde schon Tag. Als er aufstand und nachsehen wollte, leuchtete es im Norden, und der Dämon erschrak: „Ha! Im Guanyin-Kloster muss ein Brand ausgebrochen sein. Diese Mönche sind aber unvorsichtig. Ich will hingehen und ihnen helfen.“

So flog der gute Dämon auf einer Wolke heran. Unter ihm war das Feuer wirklich bis zum Himmel geschossen, die Hallen standen leer, und die beiden Seitenflure brannten. Er trat heftig ein und rief schon nach Wasser, da sah er, dass hinten kein Feuer war und auf dem Dachfirst jemand den Wind anfachte.

Da ahnte er sogleich, wie es stand. Er ging hinein, und als er die Abtsstube sah, lag dort ein Bündel aus blaugrauem Filz auf dem Tisch. Er wickelte es auf und fand eine Brokat-Kasaya, ein wunderbares Buddha-Schatzgewand. Wie das Geld das Herz bewegt, so bewegte auch ihn die Habgier. Er löschte nicht, rief nicht nach Wasser, sondern nahm die Kasaya, nutzte das Gedränge aus und flog mit großen Schritten auf seiner Wolke nach Osten davon.

Das Feuer brannte bis zum Morgengrauen der fünften Nachtwache und erlosch erst dann. Die Mönche suchten halb nackt und voller Tränen in der Asche nach Kupfer, Eisen, verkohlter Kohle und Gold und Silber. Einige bauten in den Wänden notdürftige Hütten auf, andere kochten an den nackten Wänden ihr Essen.

Sie klagten und schrien durcheinander, doch das muss hier nicht weiter erzählt werden.

Wukong brachte die Feuerschutzhaube zum Südtor des Himmels zurück und übergab sie dem König des Weitblicks Guangmu mit den Worten: „Danke für die Leihgabe, danke für die Leihgabe.“ Der König nahm sie zurück und sagte: „Großer Heiliger, du bist wirklich ehrlich. Ich hatte eben schon Sorge, du würdest mein Schatzgerät nicht zurückgeben und ich müsste es suchen. Umso schöner, dass du es gleich zurückgebracht hast.“

Wukong sagte: „Ist dein alter Sun etwa einer von denen, die Dinge vor aller Augen betrügen? Das nennt man: gut geliehen, gut zurückgegeben, dann ist auch das nächste Leihen nicht schwer.“ Der König sagte: „Wir haben uns lange nicht gesehen. Komm doch in den Palast und setz dich eine Weile, was meinst du?“ Wukong sagte: „Ich bin nicht mehr wie früher; ich sitze nicht mehr auf morschen Bänken und halte lange Reden. Ich beschütze jetzt Tang Sanzang und darf nicht untätig bleiben. Ein andermal, ein andermal.“ Er verabschiedete sich hastig und stürzte wieder auf seiner Wolke davon. Als er nach unten sah, stand die Sonne schon wieder hoch.

Er kehrte zur Meditationshalle zurück, verwandelte sich erneut in eine Biene und flog hinein. Dort nahm er wieder seine Gestalt an und sah, dass der Meister noch tief schlief.

Wukong rief: „Meister, es wird hell, steht auf.“ Erst da erwachte Sanzang, zog sich an und ging hinaus. Als er den Kopf hob, sah er nur noch umgestürzte Wände aus roten Ziegeln, aber keine Hallen und Pavillons mehr.

Er erschrak sehr und fragte: „Wie kommt es, dass die Gebäude alle verschwunden sind und nur noch rote Mauern stehen?“ Wukong sagte: „Ihr träumt noch. In dieser Nacht ist ein Brand ausgebrochen.“ Sanzang sagte: „Wie konnte ich das nicht wissen?“ Wukong sagte: „Ich habe die Meditationshalle bewacht und gesehen, dass Ihr tief geschlafen habt; darum habe ich Euch nicht geweckt.“ Sanzang sagte: „Wenn du die Meditationshalle beschützen konntest, warum hast du dann nicht auch die anderen Räume gerettet?“ Wukong lachte: „Dann muss ich Euch wohl sagen: Genau wie Ihr es gestern gesagt habt, haben sie sich in unsere Kasaya verguckt und den Plan gefasst, uns zu verbrennen und zu töten. Wenn ich das nicht rechtzeitig bemerkt hätte, wäre jetzt alles zu Asche geworden.“

Sanzang hörte das und bekam Angst: „Also haben sie selbst das Feuer gelegt?“ Wukong sagte: „Wer sonst?“ Sanzang fragte: „Haben sie dich etwa vernachlässigt und du hast dieses ganze Ding dann angerichtet?“ Wukong sagte: „Ist dein alter Sun denn einer, der so träge und niederträchtig wäre? Es war wirklich ihre eigene Brandstiftung. Weil ich sah, wie böse sie es meinten, habe ich ihnen nicht beim Löschen geholfen, sondern ihnen nur ein wenig Wind geschickt.“

Sanzang rief: „Himmel, Himmel! Wenn Feuer ausbricht, sollte man Wasser helfen, wie kannst du da Wind helfen?“ Wukong sagte: „Kennt Ihr denn nicht das alte Wort: ,Wer dem Tiger nicht wehtun will, wird auch nicht vom Tiger gebissen.‘ Wenn er kein Feuer macht, warum sollte ich ihm Wind machen?“ Sanzang fragte: „Und wo ist die Kasaya? Ist sie etwa verbrannt?“ Wukong sagte: „Nichts ist passiert, nichts ist passiert. Sie konnte nicht verbrennen, weil die Abtsstube, in der sie lag, selbst kein Feuer gefangen hat.“ Sanzang schimpfte: „Ich will davon nichts wissen. Wenn auch nur der kleinste Schaden entstanden ist, dann reiche ich die Gebetsformel ein paar Mal und du bist tot.“

Wukong erschrak und rief: „Meister, nicht beten, nicht beten. Ich bringe Euch die Kasaya schon zurück. Wartet, ich hole sie und wir gehen weiter.“ Erst da nahm Sanzang das Pferd, Wukong den Gepäckkorb, und sie verließen die Meditationshalle, um zur hinteren Abtsstube zu gehen.

Die Mönche dort waren noch immer in ihrem Schmerz, als sie die beiden mit Pferd und Gepäck herankommen sahen. Vor Angst verloren sie fast den Verstand und riefen: „Die Geister der Toten kommen, um sich zu rächen!“ Wukong rief: „Welche Geister der Toten? Gebt mir sofort meine Kasaya zurück!“ Die Mönche fielen alle nieder und verbeugten sich: „Großvater, erbarmt Euch! Wer jemandes Tod sucht, hat seinen Feind, und wer Schulden eintreibt, hat seinen Gläubiger. Mit der Forderung nach Leben haben wir nichts zu tun. Alles war Guangmou und der alte Mönch, die gegen Euch planten. Fragt nicht nach unserem Leben.“ Wukong schnaubte: „Ihr elenden Kreaturen, wer fragt euch denn nach irgendeinem Leben? Gebt mir nur die Kasaya zurück, damit wir weitergehen!“

Ein paar der Mönche mit mehr Mut sagten: „Herr, Ihr seid doch eben in der Meditationshalle verbrannt worden, und nun kommt Ihr wieder zurück und verlangt Kasaya - seid Ihr nun Mensch oder Geist?“ Wukong lachte: „Ihr verfluchten Schufte, wo soll da Feuer gewesen sein? Geht nach vorne und schaut erst auf die Meditationshalle, dann redet.“ Die Mönche krabbelten auf und sahen nach vorn. Die Türen und Fenster der Meditationshalle waren nicht einmal angeröstet. Da zitterten alle und erkannten erst jetzt, dass Sanzang ein wahrer Heiliger und Wukong ein mächtiger Beschützer war. Sie fielen gemeinsam nieder und riefen: „Wir sind blind und haben den wahren Menschen nicht erkannt. Eure Kasaya liegt bei unserem alten Meister in der hinteren Abtsstube.“

Sanzang ging an drei, fünf zerbrochenen Wänden vorbei und seufzte unaufhörlich. Als sie die Abtsstube erreichten, war dort wirklich kein Feuer. Die Mönche stürmten hinein und riefen: „Altvater, Tang-Sanzang ist ein göttlicher Mensch und nicht verbrannt. Nun hat es stattdessen euren eigenen Besitz getroffen. Holt die Kasaya lieber schnell heraus und gebt sie zurück!“

Der alte Mönch hatte die Kasaya nicht wiedergefunden und zugleich das eigene Kloster abgebrannt. Gerade war er in bitterster Verzweiflung, da hörte er das und antwortete natürlich nicht. Weil er keinen Ausweg fand und vor und zurück keinen Schritt wusste, lief er mit krummem Rücken gegen die Mauer und schlug mit voller Wucht den Kopf an. Ach, er konnte nur noch Schädelbruch, Blut und Tod erreichen, die Seele verließ den Leib, und auch die Kehle war durch. Ein Gedicht sagt:

Man muss den alten, törichten Mönch beklagen,
vergebens wurde er zum Greis der Welt.
Er wollte die Kasaya für die Nachwelt bewahren,
doch wusste nicht, dass Buddhajuwelen nicht wie gewöhnlich sind.
Wer nur das Leichte für dauerhaft hält,
der erntet gewiss nur Elend statt Erfolg.
Wozu taugen Guangzhi und Guangmou?
Dem andern schaden und sich selbst nutzen - am Ende bleibt nichts.

Die übrigen Mönche schrien erschrocken: „Der Meister hat sich zu Tode gerannt, und die Kasaya ist auch noch verschwunden, was tun wir nur?“ Wukong sagte: „Ihr habt sie wohl versteckt. Kommt alle heraus und legt mir euer Namensregister vor, damit ich einen nach dem anderen prüfen kann.“ Der Abt der oberen und unteren Gebäude ließ alle Mönche, Kuttenbrüder, Novizen und Laienbrüder des Tempels namentlich auflisten. Insgesamt waren es zweihundertdreißig Männer.

Wukong bat den Meister, oben Platz zu nehmen, und rief dann von Anfang an alle Namen auf und durchsuchte jeden. Sie mussten ihre Gewänder öffnen, und er prüfte alles gründlich - keine Kasaya. Dann suchte er auch noch die Kisten, Körbe und Gerätschaften, die aus den Häusern getragen worden waren, von oben bis unten ab; nirgends fand er eine Spur. Sanzangs Herz war voller Gram, er ärgerte sich darüber, dass Wukong nicht gründlich genug gewesen war, und saß dort oben, während er den Zauberspruch murmelte.

Wukong stürzte mit einem Poltern zu Boden, umklammerte den Kopf und litt entsetzlich. Er rief nur noch: „Nicht beten, nicht beten, ich werde die Kasaya schon wiederfinden.“ Als die Mönche das sahen, zitterten sie alle und baten kniefällig für ihn. Erst da verstummte Sanzang. Wukong sprang in einem Satz auf, zog den Eisenstab aus dem Ohr und wollte die Mönche damit schlagen. Sanzang hielt ihn an: „Du frecher Affe, du hast doch schon Kopfweh und fürchtest dich nicht einmal davor, und nun willst du wieder ungezogen sein? Lass die Hände bei dir und verletze niemanden, sondern lass mich noch einmal nachfragen.“

Die Mönche warfen sich nieder und baten Sanzang: „Herr, verschont uns. Wahrlich, wir haben nichts gesehen. Alles war der Fehler dieses alten Toten. Er hat gestern Nacht Eure Kasaya angeschaut und nur bis zur zweiten Nachtwache geweint. Er hat sich nicht einmal getraut, sie wirklich anzusehen. Dann wollte er sie für immer behalten und zu einem Familienschatz machen. Darum schmiedete er den Plan, Euch zu verbrennen und zu töten. Als das Feuer ausbrach, waren alle nur mit Löschen und Tragen beschäftigt und wussten nicht einmal, wohin die Kasaya verschwunden war.“

Wukong geriet in heftigen Zorn, ging in die Abtsstube und trug den zu Tode gerannten Körper heraus. Er untersuchte ihn genau, aber am ganzen Leib war kein Schatz zu finden. Er grub sogar die Abtsstube drei Fuß tief um, fand aber nichts. Nach einer Weile fragte er: „Gibt es hier vielleicht irgendeinen Dämon, der schon zur Gestalt geworden ist?“ Der Abt sagte: „Herr, wenn Ihr nicht fragt, kann man Euch das nicht sagen. Im Südosten liegt der Schwarze-Wind-Berg; in der Schwarzen-Wind-Höhle lebt ein schwarzer König. Dieser alte Tote hat oft mit ihm über das Dao gesprochen, und daher nannte er ihn Freund. Sonst nichts.“

Wukong fragte: „Wie weit ist dieser Berg von hier entfernt?“ Der Abt sagte: „Nur zwanzig Li. Den, bei dem man den Bergkamm sehen kann, meint Ihr.“

Wukong lachte: „Meister, seid nur ruhig. Es muss der Schwarzdämon gewesen sein, der die Sache gestohlen hat.“ Sanzang fragte: „Er ist doch zwanzig Li von hier entfernt - wie kannst du so sicher sein, dass er es war?“ Wukong sagte: „Habt Ihr die Flammen von letzter Nacht nicht gesehen? Das Licht stieg zehntausend Li hoch und leuchtete durch drei Himmel. Ganz zu schweigen von zwanzig Li - auch zweihundert Li waren noch erkennbar. Er musste das Leuchten gesehen, die Gelegenheit genutzt und sich heimlich hierhergeschlichen haben. Als er sah, dass unsere Kasaya ein Schatzstück war, hat er sie gewiss im Tumult mitgenommen. Ich gehe jetzt, um ihn zu suchen.“

Sanzang fragte: „Und wenn du gehst, worauf soll ich mich dann stützen?“ Wukong sagte: „Habt nur keine Sorge. Im Verborgenen gibt es schon göttlichen Schutz, und offen werde ich diese Mönche zu Dienern machen.“ Er rief die Mönche zusammen und sagte: „Einige von euch begraben den alten Geist; andere bedienen meinen Meister und bewachen mein weißes Pferd.“

Die Mönche gehorchten. Wukong sagte weiter: „Sagt nicht nur ja und dann kümmert euch nicht mehr darum, wenn ich fort bin. Wer den Meister bedient, muss freundlich und heiter sein. Wer das weiße Pferd versorgt, muss Wasser und Futter gut abstimmen. Wenn auch nur das geringste fehlt, dann bekommt ihr es mit diesem Stock zu tun.“ Er zog den Stock heraus und schlug damit gegen die durch Brand geschwärzte Ziegelwand. Ein einziger Hieb zertrümmerte die Mauer, und sieben oder acht Wandreihen stürzten mit ein. Die Mönche zitterten so sehr, dass ihnen die Glieder weich wurden. Sie knieten nieder, klopften mit Tränen auf den Boden und schworen: „Großer Herr, geht nur beruhigt. Wir werden alles tun und Euch ganz sicher nicht einmal im Geringsten vernachlässigen.“

Der gute Wukong schwang sich in Eile auf die Wolke, flog direkt zum Schwarzen-Wind-Berg und suchte die Kasaya. Das ist wahrlich so:

Der goldene Mönch suchte die rechte Lehre aus der Hauptstadt,
auf Stab gestützt, reiste er nach Westen durch grüne Höhen.
Tiger, Panther, Wölfe und Insekten begegnen einem auf dem Weg,
doch Händler und Gelehrte sehen solche Dinge nur selten.
Wer in fremden Ländern dem törichten Mönch begegnet, wird neidisch,
doch alles ruht auf der Kraft des Großen Heiligen, der den Himmel ehrt.
Feuer brach aus, Wind erhob sich, das Kloster wurde verwüstet,
und der schwarze Bär stahl nachts den brokaten Mönchsrock.

Wie es mit der Kasaya weitergeht, ob sie gefunden wird und ob am Ende Glück oder Unheil wartet, das soll man im nächsten Kapitel erfahren.