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demons Chapter 9

Liu Hong

Liu Hong ist kein Dämon im eigentlichen Sinn, sondern ein menschlicher Verbrecher, der im *Reise nach Westen*-Kosmos fast wie ein Dämon behandelt wird. Er erschlägt den frischgebackenen Beamten Chen Guangrui, nimmt dessen Platz ein und hält die Täuschung achtzehn Jahre lang aufrecht. Gerade weil er ohne Magie handelt, wirkt seine Geschichte so kalt.

Liu Hong Chen Guangrui Reisedynastie und Betrug Reise nach Westen menschlicher Bösewicht

Liu Hong ist die Sorte Figur, die Die Reise nach Westen besonders ungemütlich macht: keine Zauberer, keine Tiergestalt, kein himmlischer Hintergrund, sondern schlicht ein Mensch, der mordet, lügt und die Beute des Verbrechens achtzehn Jahre lang verwaltet. Er ist Wasserverbrecher und Amtsanmaßender zugleich. Darum wirkt seine Episode so hart.

Die Geschichte beginnt am Fähranleger des Hong-Flusses. Der frisch ernannte Beamte Chen Guangrui reist mit seiner Frau Yin Wenjiao nach Jiangzhou. Liu Hong, zusammen mit seinem Komplizen Li Biao, nutzt den Übergang, schlägt zu, wirft den Körper ins Wasser und ersetzt Chen anschließend selbst. So entsteht aus einem Mord ein langfristiger Betrug.

Ein Verbrechen ohne Magie

Die Episode ist deshalb so stark, weil sie fast wie ein realistischer Kriminalfall wirkt. Es gibt keine Himmlischen, die eingreifen, keine Dämonen, die einen Plan diktieren, und keinen Zauber, der das Verbrechen verschleiert. Liu Hong nutzt nur Gewalt, Gelegenheit und soziale Maskierung. Das genügt, um ein Leben zu zerstören und einen ganzen Familienzweig zu beschädigen.

Besonders bitter ist, dass die Täuschung nicht nur die Frau des Opfers betrifft, sondern auch das Amt und die öffentliche Ordnung. Ein Mörder sitzt auf dem Posten eines Beamten und lebt in dessen Haus, als wäre es selbstverständlich. Der Roman zeigt damit, dass menschliche Bosheit ohne jegliche Magie bereits groß genug sein kann.

Achtzehn Jahre fremdes Leben

Die eigentliche Fratze von Liu Hong ist nicht der Schlag am Fluss, sondern die Dauer. Achtzehn Jahre lang trägt er die Rolle des Chen Guangrui, verwaltet das Amt von Jiangzhou und lebt mit Yin Wenjiao zusammen. Die Zeit macht die Tat nicht kleiner, sondern größer. Aus einem Gewaltakt wird ein gefestigtes Verbrechen.

Das ist auch der Punkt, an dem die Episode thematisch mit Tang Sanzangs Herkunft zusammenhängt. Die Geschichte des Kindes, das später zum Mönch wird, ist durch diesen Mord zerbrochen. Liu Hong steht damit am Ursprung eines großen Familien- und Schicksalsschadens.

Ein harter, aber menschlicher Bösewicht

Im Unterschied zu den Dämonen im engeren Sinn ist Liu Hong verletzlich, sterblich und letztlich einfallslos. Genau das macht ihn in der Logik des Romans nicht harmloser, sondern nüchterner. Er braucht keine Wunder, um zerstörerisch zu sein. Darum wirkt seine spätere Gefangennahme auch so befriedigend: Die himmlische Ordnung muss hier nicht erst einen Dämon entlarven, sondern einen Menschen zur Rechenschaft ziehen.

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Story Appearances

First appears in: Chapter 9 - Der Weise Yuan Shoucheng rechnet unbestechlich, der alte Drachenkönig verstößt gegen den Himmel